Mac OSX 10.6 auf Medion Akoya E1210

Nachdem mein voriger Arbeitgeber sein MacBook wiederbekommen hat, war ich Zuhause erstmal ohne tragbaren Rechner unterwegs. Auf Halde lagen neben einem Dell D600 noch ein Netbook von Medion. Das Akoya E1210 ist bekanntlich baugleich zum MSI Wind und von daher gibt es eine Vielzahl von Installationsanleitungen für alle möglichen Betriebssysteme – Mac OS X inklusive.

medion_akoya_apple_sticker

Folgende Dateien werden benötigt:

Der Netbook hat außerdem prophylaktisch noch eine Aufrüstung auf 2GB Ram bekommen sowie eine andere Wlan-Karte (MiniPCI-Express) mit Atheros AR9280/AR9380 Chipsatz. Aus einem Schnäppchenkauf lag auch noch eine ungenutzte 120GB SSD von SanDisk rum – ideal.

Zur Installation habe ich mich weitestgehend an diesen anderen Blogbeitrag gehalten: Snow Leopard auf dem Medion Akoya Mini E1210. Die Schritte sind:

  1. Das Snow Leopard Image mittels dem NetBookMaker auf einen mindestens 8GB großen USB-Stick spielen
  2. Stick rein in den Netbook und Installation durchführen
  3. Mac OS X booten
  4. NetbookInstaller ausführen und neustarten
  5. Update auf 10.6.8 einspielen und danach nicht neustarten
  6. Legacy Kernel einspielen und erst dann neustarten
  7. Sleepenabler mit dem Kext Helper einspielen und mit MultiBeast noch den Voodoo-Soundtreiber installieren sowie Permissions reparieren

hackintosh

Fazit: Es läuft alles einwandfrei aber manchmal etwas zäh. Es ist eben nur ein Intel Atom. Für SSH-Sessions in iTerm2 sowie zum Vokabeln lernen lang es aber allemal. Wirklich schmerzhaft ist nur das Apple für Snow Leopard die goto-Fail Lücke nicht patcht.

Tutorial: Debian Pakete bauen mit Vorlagen

Manchmal kommt man an Software, die es bevorzugt in Binärform gibt. Zum Beispiel schön strukturiert in einem .tar.gz. Einfach irgendwo unter /opt oder /usr/local entpacken, evtl. Binaries in einen der $PATH-Ordner symlinken und fertig. Leider ist dieses Konstrukt nicht ohne weiteres reproduzierbar und genau so wenig updatebar. Kein Wunder das paketierte Software zum Standard geworden ist.

Pakete bauen ist daher der beste Weg. Dies kann leider ziemlich ausarten wenn man bei Null anfängt. Daher kann man einfach das entsprechende Paket mit der möglicherweise veralteten Version als Vorlage nehmen für ein eigenes Paket:

wget http://debianarchiv.org/major/bla/download.deb
dpkg-deb --extract download.deb download
dpkg-deb --control download.deb download
wget http://projektsei.te/download/neueversion.tar.gz
tar -xzf neueversion.tar.gz

Dann nimmt man im alten Paket alle nötigen Ersetzungen vor und legt ggf. auch noch fehlende Ordner an. Dann kommt die Kontrolldatei dran, in der wir die Versionsnummer hochzählen und die Beschreibung anpassen. Und die Datei “md5sums” bekommt neue Prüfsummen. Hier hilft ein Schnipsel aus dem Wiki von Debian:

vim download/DEBIAN/control
find . -type f ! -regex '.*DEBIAN/.*' -printf '%P\0' | xargs -r0 md5sum > DEBIAN/md5sums

Dann muss der Ordner nur noch wieder in ein Paket umgewandelt und installiert werden:

dpkg-deb --build download nagelneuespaket.deb
dpkg -i nagelneuespaket.deb

Und fertig ist es ;D

Tutorial: Google Drive auf Rootserver mounten

Um günstig an Backupspeicher für den Rootserver mit Debian zu kommen, habe ich testweise mal Google Drive ins Auge gefasst. Nach der Preisliste von Google sind so 100GB für 1,99$ exklusive Mehrwertsteuer zu haben. Neben GUI-Clients für Windows und Mac OSX gibt es mit google-drive-ocamlfuse einen FUSE-Treiber zum mounten unter Linux. Dazu wird ein separater Nutzer eingerichtet. Dieser bekommt eine OCAML-Buildumgebung:

apt-get -y install fuse fuse-utils curl m4 libcurl4-gnutls-dev libfuse-dev libsqlite3-dev
modprobe fuse
adduser --home /home/gdrive --create-home --shell /bin/bash gdrive
usermod --append --groups fuse gdrive
su - gdrive

Als Nutzer “gdrive” geht es dann weiter mit dem installieren einer OCAML-Umgebung im Heimverzeichnis und dem kompilieren von google-drive-ocamlfuse:

curl -kL https://raw.github.com/hcarty/ocamlbrew/master/ocamlbrew-install | bash
opam init
opam update
opam install google-drive-ocamlfuse

Die verschiedenen Dialogoptionen können allesamt bestätigt werden. Danach steht uns mit google-drive-ocamlfuse das Helferlein zum mounten zur Verfügung. Bevor es losgeht braucht man allerdings noch Schlüssel für den Zugriff auf die Google Drive API. Dies ist im Projekt-Wiki unter der Überschrift Headless Usage & Authorization beschrieben: Man geht auf die API Console, legt ein neues Projekt an, erlaubt den Zugriff auf die Drive API und generiert unter “Credentials” eine neue Client ID. Als Application type wählt man “Installed application” und erhält dann eine Client ID und ein Client secret:

mkdir gdrive
google-drive-ocamlfuse -headless -id <sehrlangerstring> -secret <nichtsolangerstring>
> Please, open the following URL in a web browser: <ganzlangeurl>
> Please enter the verification code:

Die URL wird dann im Browser aufgerufen und der Verification Code kopiert. Aufgrund eines Bugs failed nach einiger Zeit das erneuerns des Tokens. Daher trägt man die Client ID und Client secret noch in die generierte Konfigurationsdatei .gdfuse/default/config ein:

client_secret = <nichtsolangerstring>
client_id = <sehrlangerstring>

Danach kann man zum ersten mal das Google Drive mounten:

google-drive-ocamlfuse -headless ~/gdrive mount
> fusectl on /sys/fs/fuse/connections type fusectl (rw,relatime)
> google-drive-ocamlfuse on /home/gdrive/gdrive type fuse.google-drive-ocamlfuse (rw,nosuid,nodev,relatime,user_id=1001,group_id=1001)

Zugriffe sind bei vielen einzelnen Dateien sehr langsam. Aber für das Backup kommen die Sachen sowieso in schicke Tar-Files.

Edit: Das ist nicht nur bei einzelnen Dateien sehr langsam sondern generell. Mein Rat: Finger weg außer für den Desktopeinsatz. Ich bestelle jetzt Speicher auf Hetzners FTP-Server…